Jeder, der ab und zu ins Internet schaut, kennt ihn unweigerlich: den feisten Kater mit dem faul-kecken Gesichtsausdruck, der sein Vorderbein oberlässig auf dem Tisch abstützt, auf dem ein riesiges Glas Rotwein steht. Dieses Meme wurde vor allem im vergangenen Herbst gern verschickt, um sich mit resignativem Humor auf eine neuerliche Lockdown-Periode einzustimmen. Der Kater wurde so berühmt, dass er sogar eine Werbung für das Luxusmodelabel Valentino zierte.

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Der Kater heißt Stepan. Er lebte mit seinem Frauerl in Charkiw in der Ukraine. Das letzte lustige Posting stammt vom 20. Februar, es folgten einige Beiträge, die von Sorge und Angst gekennzeichnet waren, am 3. März schließlich sahen Fans das letzte Mal etwas von Stepan auf Instagram - neben Videos, die im Dunkeln nur Gefechtsgegrolle hören lassen. Tausende Follower waren bange. Vor zwei Tagen nun die gute Nachricht: Stepan und seine Familie sind sicher. Ihr Haus wurde bei den Bombardierungen beschädigt, sie retteten sich in den Keller. Dass sie via komplizierter Flucht durch Polen nun in einer Wohnung in Paris Schutz gefunden haben, ist das Werk der World Influencers and Bloggers Association. Die oftmals belächelten Internetstars haben ihre gigantischen Netzwerke genutzt, um zu helfen.

In Anbetracht des ausufernden Leids mag es unpassend erscheinen, sich über die Rettung einer Katze zu freuen. Aber in Anbetracht des ausufernden Leids ist jede Geschichte mit Happy End ermutigend. Und der Rotwein ist in Paris bekanntlich besonders gut.