Facebook ist bekanntlich ein opaker Monolith in Sachen Meinungsfreiheit. War es früher dem Netzkonzern relativ egal, was die Leute posteten, wurden nun die Zügel deutlich enger gezogen. Ärgerlich allerdings: Noch immer entscheiden Maschinen und keine Menschen darüber, ob etwas verschwindet oder nicht. Dinge wie Kontext und Satire gehen dabei freilich unter. Ähnlich bei den sogenannten Faktenchecks. Wer entscheidet nun, was eine Falschinformation ist und was nicht? Sind das Menschen, oder ist da schon wieder eine Maschine am Werk? Die Wahrheit ist: Man weiß es nicht.

Australien will nun Facebook zu mehr Transparenz bei seinen Entscheidungsprozessen zwingen. Ganz ähnlich wie die Europäische Union will man "down under" einen besseren Einblick in den Kampf der Technologieriesen gegen die Verbreitung von Falsch- und Desinformationen erhalten. Ein Gesetz werde die Medienaufsicht befähigen, Internetfirmen zur Offenlegung ihrer Daten über den Umgang mit Falschinformationen zu zwingen, teilte die australische Regierung mit.

"Digitale Plattformen müssen Verantwortung dafür übernehmen, was auf ihren Seiten passiert, und aktiv werden, wenn gefährliche und irreführende Inhalte auftauchen", so Kommunikationsminister Paul Fletcher.

Der Zeitpunkt der Ankündigung darf stutzig machen: Im Mai stehen in Australien Wahlen an. Vor der Wahl geht sich das Gesetz daher nicht aus. Aber vielleicht zeigt ja schon die bloße Ankündigung die gewünschte Wirkung?