WZ Christian Mayr - © Wiener Zeitung

WZ  Christian Mayr

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Es war am 2. September 2017, und es war in Wales. Und es ging um Österreichs letzte Chance um ein WM-Ticket für die Endrunde in Russland. Das Ergebnis ist bekannt - statt des nötigen Sieges, der aufgrund von Chancen von Marko Arnautovic und Co. gegen den damaligen EM-Semifinalisten durchaus drinnen war, setzte es eine unglückliche 0:1-Niederlage. Nach einem Tausend-Gulden-Schuss von Ben Woodburn. Damit war auch Marcel Kollers zweiter Anlauf auf eine WM-Endrunde gescheitert und seine Zeit als Teamchef damit abgelaufen. Schon kurze Zeit später wurde in Franco Foda sein Nachfolger präsentiert - für den sich nun am Donnerstagabend in Cardiff österreichische Fußball-Geschichte wiederholt. Gewinnt er mit seiner Elf gegen die roten Drachen, geht der rot-weiß-rote WM-Traum in Form eines Heim-Endspiels im Juni weiter; verliert er, ist auch die Ära Foda im ÖFB beendet. Alles andere wäre nach der unwürdigen und zur Unzeit gestarteten Demontage des verdienstvollen Teamchefs durch Neo-Präsident Gerhard Milletich vergangenen Herbst eine faustdicke Überraschung.

Der 55-jährige Deutsche ist freilich Profi genug, um seinen fragilen Status und um die Gesetzmäßigkeiten des Trainergeschäfts Bescheid zu wissen. Allerdings kann er nun - anders als in der schwachen WM-Qualifikation - auf alle seine Stammkräfte (bis auf Florian Grillitsch) vertrauen. Und acht von ihnen standen schon damals in der Startelf. Zudem hat Foda im Herbst den nach der kurzen EM-Euphorie ernüchterten Fans quasi versprochen, das WM-Ticket per Nachsitz-Play-off zu lösen - wenn alle Teamspieler fit und in Form sind. Ob da einmal der Gegner Wales mitspielt, ist natürlich die große Unbekannte. Verlieren kann auf der Insel jedes Team - doch wer WM-Reife haben will, kann und muss dort gewinnen. Das war schon 2017 so.