Es ist schon ein beachtlicher Zufall: Bevor Wolodymyr Selenskyj (44) im Jahr 2019 Präsident der Ukraine wurde, war er als Schauspieler und Komiker tätig.

Jene Rolle, mit der er endgültig den Durchbruch schaffte, ist der Protagonist der ukrainischen Fernsehserie "Diener des Volkes". Er spielt dort einen mit der Politik unzufriedenen Lehrer, der völlig überraschend zum ukrainischen Präsidenten gewählt wird. Ausschlaggeben ist ein Wut-Video, das ihn minutenlang dabei zeigt, wie er einen Missstand nach dem anderen geißelt.

Arte hat bereits seit längerem die erste Staffel der Serie im Angebot. Ab Ende Mai kann man dort auch Staffel zwei und drei abrufen. Ab 8. April laufen die ersten vier Folgen auch im linearen Fernsehen.

Zum Vergleich: Das wäre ein bisschen so, wie wenn bei uns Robert Palfrader tatsächlich der neue Kaiser von Österreich würde. Naturgemäß sind jedoch die Herausforderungen, die der echte Präsident Selenskyj meistern muss, in keinster Weise vergleichbar mit der Comedy. Da geht es am Anfang eher darum, wie man aus einem biederen Lehrer einen Staatsmann macht, der im dunklen Anzug eine gute Figur macht. Sieht man die Folgen mit dem Wissen von heute, bleibt einem das Lachen freilich im Hals stecken. Wenn man weiß, dass der Mann den Anzug durch das Militär-Shirt tauschen muss und tausendfache Tode im Fernsehen anzukündigen hat, vergeht es einem. Fast wirkt die Serie wie ein Geist von früher, als das Leben noch besser war.