Die Nutzung von sozialen Netzwerken ist in vielen Berufsgruppen seit Jahren ein Thema. Wie privat darf und kann man sein, ohne dabei negativ auf seinen Arbeitgeber abzufärben? Wer eine gewisse Bekanntheit hat und unter seinem Namen auftritt, muss die Linie des Unternehmens auf Facebook vertreten, nur twittern, was dem Chef gefällt oder etwa seine Hobbys, sexuelle Orientierungen oder Religion verbergen?

Auch, und gerade im Journalismus ist dies eine stete Frage. Die "New York Times" hat bereits 2017 Social-Media-Guidelines, also Verhaltensregeln für ihre Angestellten erarbeitet, die in der Branche eifrig diskutiert wurden. Nun gibt es das Regelwerk in einer neuen Fassung - zunächst für Twitter, und einige Punkte sorgen bereits für Diskussionen. So wird explizit dargelegt, dass niemand auf Twitter sein muss und man verstehe, wenn Journalisten nicht (mehr) auf sozialen Netzwerken sein möchten, auch wenn es nie einen Zwang gab, dies zu tun. Zudem werde es in Zukunft Teams und Trainings geben, um Hass und Angriffe auf Journalisten zu unterbinden und Lösungen und Auswege aufzuzeigen. In einem dritten Punkt heißt es, dass die Vorgaben verhindern sollen, dass sich Kollegen der "Times" gegenseitig öffentlich auf Twitter kritisieren oder angreifen. Ein durchaus interessanter Punkt. Warum es neuer Regeln bedurfte, wird auch erläutert, es scheint als würden zu viele Journalisten zu viel Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen. Und dies will man nun eindämmen.