"Hi! Ich heiße Minnie Maus und stelle mich gegen Ron DeSantis und seine Unterstützung des ,Don’t say gay‘-Gesetzes. Ich finde auch seine Angriffe gegen meine Firma, Disney, abscheulich."

Minnie Maus ist an sich keine politisch aktive, nun ja, Person. Aber dies sagt das rotbemaschte Comic-Nagetier auf Twitter. Natürlich ist es nicht die Original-Disney-Mäusin, die hier spricht. Aber dass es dieses Twitter-Konto überhaupt gibt, ist schon ein Zeichen dafür, wie sehr der Unterhaltungskonzern in einen politischen Konflikt verstrickt ist. In Florida schwelt ein Disput über ein Gesetz darüber, dass in Kindergärten und Volksschulen nicht mehr über sexuelle Orientierung gesprochen werden soll. Der Republikaner DeSantis will hier etwa Mütter beruhigen, die eine Indoktrination ihrer Kinder befürchten. In der Realität bedeutet es aber vor allem, dass Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern ein Außenseiterstatus zugemutet wird. Über ihre Familie darf nur geschwiegen werden - ein gewaltiger Rückschritt.

Disney hat - ein unüblicher Schritt - das Gesetz kritisiert. Als Retourkutsche muss Disney nun damit rechnen, das Selbstverwaltungsrecht über den Bezirk, in dem sein Vergnügungspark liegt, zu verlieren. Konservative stoßen sich auch daran, dass Disney in den Parks die Besucher nicht mehr als Buben und Mädchen begrüßt, sondern als "Träumer jeden Alters". Es sind schon komplizierte Zeiten, wenn man wegen einer Anrede, die praktisch niemanden ausschließt - außer Nicht-Träumer - als Spalter gesehen wird.