Die Veranstalter des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon machen gerne ihre eigenen Regeln. Gesetzt wird nicht zwangsweise nach der Weltrangliste, nun dürften überhaupt einige prominente Spieler im Feld fehlen, und Ranglistenpunkte wird es - vielleicht - auch keine geben.

WZ Tamara Arthofer - © WZ

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Denn nachdem die Organisatoren erklärt hatten, aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine keine russischen und belarussischen Sportler zulassen zu wollen - was nach derzeitigem Stand fünf Männer und acht Frauen aus den Top 50, darunter die Aushängeschilder Daniil Medwedew und Victoria Asarenka betrifft -, erwägen die Herren- und die Damen-Vereinigung Sanktionen gegen das prestigeträchtigste Turnier der Welt. Andere Spieler wie der Weltranglistenerste Novak Djokovic und Sascha Zverev, aber auch Ikone Billie Jean King, kritisieren die Entscheidung scharf.

Freilich, der Umgang mit Sportlern, die in gewisser Weise, wenn auch oft unfreiwillig, als Botschafter ihres Landes auftreten, ist für die Veranstalter eine Gratwanderung, bei der es viel zu verlieren und wenig zu gewinnen gibt. Die meisten Verbände und Institutionen haben sich daher darauf verständigt, Russland nicht an Ländervergleichen teilnehmen zu lassen, Einzelsportlern einen Start aber nicht zu verwehren, so lange dabei keine Hymnen gespielt und keine Flaggen gehisst werden.

Wie immer man zu diesem Kompromiss steht, es ist zumindest einer, hinter dem der Sport bisher geschlossen war. Wenn einer alleine ausschert und seine eigenen Regeln macht, erhöht das nicht gerade die Glaubwürdigkeit.