Es ist eine Frage, die selbst unter Beiziehung von Google nicht so einfach zu beantworten ist: Wie sieht Benjamin Barth, ehemaliger Basketballprofi und nun Referee in der Kontinentalliga, eigentlich ohne Bart aus? Tatsächlich existieren kaum Aufnahmen des Deutschen, die ihn ohne Haare im Gesicht zeigen, weswegen sich die Frage stellt, warum er plötzlich etwas daran ändern soll, ja muss.

Aber geht es nach dem Direktor der Euro-League-Schiedsrichter, Richard Stokes, sollten Bärte der Vergangenheit angehören, was er auch Barth in einer WhatsApp-Nachricht prompt mitteilte. Als Begründung führte er an, dass Headcoaches und Sportdirektoren Bärte "nicht mögen" würden und sich darüber beschwert hätten. Komme Barth der Aufforderung, seinen Bart abzurasieren, nicht ehest nach, werde er nicht mehr als Schiedsrichter eingesetzt.

Barth wiederum verstand die Welt nicht mehr und machte nun die Chatprotokolle öffentlich. "Ich verstehe nicht, was das soll. Was für einen Unterschied macht es, ob ich mich rasiere oder nicht?", klagte er und sprach offen von Diskriminierung. "So gern ich Euro-League pfeifen würde, das kann ich nicht akzeptieren." Und mit dieser Haltung hat er recht.

Erstens ist das, was Headcoaches und Direktoren mit Blick auf die Haarpracht Dritter für passend halten oder nicht, irrelevant, weil subjektiv. Und zweitens ist nicht nachvollziehbar, inwieweit ein gepflegter, nicht allzu langer Bart den Job eines Basketball-Referees negativ beeinflusst? Schließlich sind Basketballer keine Soldaten - obwohl: Selbst bei der Bundeswehr, wo Barth als Offizier dient, ist das Tragen von gepflegten Bärten laut "Haarerlass" erlaubt.

Eine Dienstvorschrift braucht im Basketball hierzu wohl niemand. So gesehen ist daher auch die Entschuldigung des Verbands am Dienstag vernünftig gewesen. Wie Barth bartlos aussieht, wird die Welt so aber nie mehr erfahren.