WZ Christian Mayr - © Wiener Zeitung

WZ  Christian Mayr

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Eine Meldung über den österreichischen Ski-Langlauf im Wonnemonat Mai ist normalerweise kaum eine Kurzmeldung wert. Doch die Ansage des ÖSV, die Langlaufsparte wieder voll in den Skiverband zu integrieren und Alois Stadlober zum sportlichen Leiter zu küren, lohnt dann doch einer näheren Betrachtung. Denn Langlauf und ÖSV - da war doch was? Richtig, und es war nicht nur einmal etwas. Angesichts der mehr als problematischen Doping-Vergangenheit hätte man sich von der vordergründig stets um einen neuen Stil bemühten ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober mehr erwartet, als die Öffentlichkeit per Aussendung zu informieren. Dann hätte sie sich von der kritischen heimischen Journaille freilich auch Fragen gefallen lassen müssen, ob es Compliance-mäßig gescheit ist, just ihren Ehemann für diesen neuen Posten einzusetzen. Der zwar unbestritten Experte ist und Teil der Langlauf-Goldstaffel 1999 war, die allerdings später durch die Verurteilungen von Coach Walter Mayer und Läufer Christian Hoffmann ordentlich in Verruf gekommen ist.

Apropos Doping: Die Verbannung ins Vereinsdasein bei gleichzeitiger Förderung einzelner Athleten war einzig den wiederholten Sportbetrügereien geschuldet, an die Ex-ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel nicht länger anstreifen und sich dafür in der Öffentlichkeit nicht prügeln lassen wollte. Als just zur Heim-WM 2019 in Seefeld wieder ein Netzwerk aufflog, folgte die Verbannung ins ausgelagerte Vereinswesen. Wenn die ÖSV-Präsidentin nun dieses Dasein - auch im Sinne ihrer Tochter Teresa - beendet, dann sollte sie sich gleich auch überlegen, was im Fall des Falles passiert.

Wenn nämlich in dem leider immer noch Doping-verseuchten Sport ein (einzelner) rot-weiß-roter Athlet zu verbotenen Mitteln greift. Was dann? Dann droht dem Wiederholungstäter Österreich nämlich sogar die internationale Wettkampfsperre.