Natürlich kann man über Mitmenschen spotten, die Kitschfiguren auf ihr Eigentum heften. Eine Hello Kitty auf die Handyhülle zum Beispiel, einen Wackeldackel hinter die Windschutzscheibe oder einen Sternenkrieger an den Schlüsselbund.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.

Solcher Zierrat, und darum sei ihm diese Spalte gewidmet, hat aber durchaus seine Vorzüge. Er bringt nicht nur das Kind im Besitzer zum Lächeln und einen Klecks Buntheit ins Alltagsgrau. Diese Figuren können im Ausnahmefall auch einen unverhofften Nutzen besitzen - sich nämlich als Rettungsengel erweisen, wenn das zugehörige Objekt im öffentlichen Raum verschwunden ist.

Zum Beispiel, wenn sich - wie in meinem Fall - ein Schlüsselbund unverhofft verabschiedet hat. Schön, dass sich die Homepage des Fundamts mittlerweile digital und unkompliziert durchstöbern lässt. Noch schöner aber, sich bei dieser Suche nicht durch zig Treffer für "Fünf Metallschlüssel an einem Bund" pflügen zu müssen. Sondern nach einer Darth-Vader-Lego-Figur suchen zu können, weil eine solche seit Ewigkeiten an dem abtrünnigen Objekt baumelt. Und ja, wirklich: Dieser Darth Vader hat mich gerettet. Und natürlich auch der Umstand, dass ein freundlicher Mitmensch das Fundstück abgegeben und es ein Beamter mit Kennerblick als Bund "mit Darth Vader" klassifiziert hat. Darum an dieser Stelle der Appell: Mehr Mut zum augenzwinkernden Accessoire, es kann ganz handfeste Vorteile nach sich ziehen. Muss aber bitte jetzt nicht jeder zu einem Darth Vader greifen.