Die "documenta fifteen" watet weiterhin im antisemitischen Sumpf. Der wahre Skandal ist dabei noch kaum thematisiert worden. Es geht nicht um den Eiertanz, ob man ein antisemitisches Riesenbild verhängt oder abbaut. Es geht nicht darum, wer wen wann auf weitere antisemitische Tendenzen aufmerksam gemacht hat und weshalb das bisher ohne nennenswerte Konsequenz geblieben ist. Es geht nicht um die Frage, ob die documenta-Leitung, das indonesische Künstlerkollektiv Ruangrupa, Antisemitismus nicht erkennen kann oder nicht erkennen will.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Der wahre Skandal besteht in der Rechtfertigung der documenta-Leitung, das nunmehr beanstandete Werk sei als strafrechtlich nicht relevant eingestuft worden.

Unsere Zeit neigt zur Hysterisierung speziell, wenn es um Ethnien geht. Selbst aus Frisuren werden Rassismen herausgelesen und über die sozialen Medien zu Megaskandalen aufgebauscht.

Nur für Juden gilt das nicht.

Juden sind längst wieder dem Antisemitismus ausgesetzt. Wenn er zu offensichtlich ist, wird er zur "Israelkritik" umgelogen.

Das Argument der documenta ist ein Paradebeispiel für Antisemitismus: Dass es "keine strafrechtlichen Bedenken" gibt, heißt konkret: Solange kein Gesetz verletzt wird, kann man nach Herzenslust rassisteln. Aber selbstverständlich nur, wenn es gegen Juden geht.

Wie sagte der Maler Max Liebermann? - "Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."

Vorausschauend sollte man schon jetzt zu fressen beginnen.