Mit Beyoncé legt man sich nicht an. Das musste diese Woche die Songwriterin Diane Warren erfahren. Die hatte sich erdreistet, sich auf Twitter die Frage zu stellen: "Wie können 24 Menschen an einem Song schreiben?" Schon dem Laien kommt das gar viel vor für ein drei Minuten dauerndes Lied. Und Warren hat noch mehr Grund, hier ratlos zu sein, denn sie hat eine erkleckliche Anzahl Hits geschrieben. Wie Céline Dions "Because You Loved Me" oder "Nothing’s Gonna Stop Us Now" von Starship. Dutzende Top-Ten-Billboard-Erfolge. Und die schrieb sie alle alleine.

Nun meinte Diane Warren ihren Tweet gar nicht böse, das versuchte sie mit dem Nachsatz klarzumachen: "Ist nicht geringschätzig gemeint, ich bin wirklich nur neugierig." Hat nicht geholfen. Sie erhielt von einem der Kollaborateure Beyoncés eine pampige Antwort, ob sie noch nie von Sampling gehört habe, das sei eine aus der Not entstandene Kunstform der Black Culture.

Er hätte auch einfach unbeleidigt erklären können, dass es sich um ein viel gesampeltes Stück handelt und so die vielen Autoren zusammenkommen (unter anderem Österreicher). Stattdessen warf er ihr vor, eine Kulturleistung abzuwerten - was ein Schritt weiter in der Eskalation war, den ihr Tweet überhaupt nicht beinhaltet. Warren antwortete deeskalierend: "Sorry, es sollte kein Angriff sein, ich wusste es nicht. Kein Grund, gemein zu werden."

Nur ein kleines Beispiel, wie die Gereiztheit auf Sozialen Medien Dauerzustand geworden ist.