"Das Telefon schellt, und ich bin im Keller. Vielleicht nur verwählt, doch ich bin schneller!" So beginnt das Lied vom "Telefonmann", und natürlich, um mit Helge Schneider lachen zu können, muss man vor der Generation Smartphone groß geworden sein - in einer Zeit, als ein Telefon weder Nachrichten noch Tinder-Dates ausspuckte und auch kaum Bewegungsspielraum besaß. Das Gerät mit Wählscheibe oder (einst topmodern!) Tasten hing an der kurzen Leine eines Kabels und läutete listigerweise meist, wenn man gerade unpässlich war. Im Keller. Oder am Klo.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Christoph Irrgeher.

Nun ist es heute natürlich kommod, dem Geklingel nicht mehr entgegensprinten zu müssen wie ein Ben Johnson im Medaillenfieber, und man findet unter den Millionen Handyapps ja auch etliche sinnvolle. Eines hat sich seit den Festnetzzeiten aber schon deutlich verschlechtert. Hand aufs Herz: Hatte man damals je Mühe, den Gesprächspartner zu verstehen? Klang das Vis-à-vis jemals so abgehakt wie ein Funkspruch aus dem Bermudadreieck oder hallig wie ein Höhlenforscher? Nein. Seltsam: Der Mensch von heute akzeptiert es wie ein Naturgesetz, dass das Smartphone die Qualität des Telefonierens gedrosselt hat.

Wobei: Ein Hifi-Sound ist heutzutage ohnedies nicht mehr so gefragt, das lehrt in erster Linie der Boom der Bluetooth-Boxen. Diese krachelnden Wiedergänger des Transistorradios, die auf Wiesen, Stränden und überall dort rumoren, wo man gerade keine schlechte Musik in üblem Sound hören will. Ächz. Verglichen damit, ist eine schlechte Funkverbindung eigent... das deu...ch ger...gere Ü..l.