Am Dienstag hat die SPÖ eine Trauerminute für Franz Vranitzky abgehalten. Da erging es dem Ex-Kanzler wie Mark Twain, der auch einmal richtigstellte: "Die Nachrichten von meinem Tod sind stark übertrieben." Denn Vranitzky ist durchaus noch am Leben, auch wenn ein gefälschter Account auf Twitter Gabriele Heinisch-Hosek anderes glauben machen wollte.

Da kristallisiert sich freilich immer stärker heraus, dass das so insgesamt keine gute Idee ist. Also Nachrichten, die auf Twitter stehen, zu glauben. Am Mittwoch wurde bekannt, dass Elon Musk nun auch die Hinweise auf Falschinformationen über das Coronavirus abdrehen hat lassen. Die wurden ja einmal aus gutem Grund eingeführt. Sonst würden heute noch viel mehr Menschen glauben, die Covid-Impfung beinhalte einen ominösen Chip.

Aber für Musk ist so etwas freie Meinungsäußerung, und im Kampf gegen die Tyrannei (Zitat Musk) macht er da keinen Unterschied, ob etwas wahr oder unwahr ist. Diese Woche postete er etwa eine gefälschte Schlagzeile von CNN, also den Inbegriff von Fake News. Der Milliardär findet das aber weder schlimm noch hält er es für einen Anlass, sich zu entschuldigen oder den Post zu löschen. Dass sich da alle Fake-Accounts und Bot-Firmen nur bestätigt fühlen, ist kein Wunder. Das macht Twitter als Nachrichtenportal unbrauchbar. Wofür es Musk stattdessen gebrauchen will, ist wie sein Geisteszustand diffus. Aber es scheint nichts von seriösem Wert für die Gesellschaft zu sein.