Der neue Eigentümer von Twitter, Elon Musk, hat die Twitter-Sperren etlicher Personen erst kürzlich aufgehoben. Er tat das unter dem Schlachtruf der "Free Speech" und jeder, der etwas dagegen habe, sei ein Gegner der freien Rede. So einfach ist das in den Augen des reichsten Mannes der Welt. Dass damit Stimmen der Ultrarechten wieder ermöglicht werden, scheint ihn nicht zu stören.

Nun hat einer die Grenzen dessen, was noch geht, ausprobiert. Denn das Twitter-Konto des umstrittenen US-Rappers Kanye West ist gesperrt. Der Ex-Mann einer Kardashian hat es sich nicht nehmen lassen, eine Swastika zu posten. Zudem sorgten seine Sympathiebekundungen für Adolf Hitler anderenorts für Aufregung. In einer Show auf der rechten Webseite Infowars soll West suggeriert haben, dass nicht alles schlecht war bei den Nazis. Man solle aufhören, die Nazis zu dissen. Im Netz ist das Video der Sendung von US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones zu sehen - offenbar mit Kanye West, der allerdings eine strumpfartige Maske trägt. Es ist also nicht gänzlich klar, ob er es ist.

Wie auch immer. Nazi-Propaganda zu posten muss natürlich zu einer Sperre führen. Das brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Was irritiert, ist die Begründung von Musk. Er habe ja "alles probiert" aber das sei nicht o.k., sagt Musk. Warum so zögerlich? Wenn man eine Grenze zieht, darf man das durchaus mit der nötigen Klarheit tun und muss sich nicht im selben Atemzug entschuldigen. Das ist unangemessen.