Was täten wir, hätten wir die Natur nicht? - Erstens: nichts, weil es ohne sie uns nicht gäbe. Zweitens: Man müsste sie erfinden, allein schon der Namen wegen. Nur: Wer sie in Ermangelung von "uns" erfinden könnte, das ist die Frage.

"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.
"Wiener Zeitung"-Klassikexperte Edwin Baumgartner.

Jedenfalls: Die Tiere und Pflanzen des Jahres 2023 stehen fest. Die "Wiener Zeitung" wirft aber einen Blick in die Zukunft: Tier des Jahres 2024 ist das Stoßmich-Ziehdich, von Hugh Lofting irrig als Doppel-Lama beschrieben (was will man schon von Kinderbuchautoren?), in Wahrheit ein Doppeleinhorn.

Pflanze des Jahres 2024 ist die sehr seltene Gemeine Speirübe, keine Rübe, sondern eine Art Heidelbeere, erst wohlschmeckend, verursacht aber am Folgetag nach dem Verzehr Übelkeit (daher "gemein").

Vogel des Jahres 2024 ist die Ohrenpfeiferregentrommel, eine Dommel, deren Ruf bei Regen nach Flöte und Trommel klingt.

Pilz des Jahres 2024 ist die Giftige Lorchelmorchel, ein ungiftiger Speisepilz, doch übel beleumundet (wahrscheinlich verwechselt mit der Ungiftigen Morchellorchel, deren Gift binnen Minuten tötet, die aber bessere Beziehungen zu Massenmedien hat).

Fisch des Jahres 2024 ist der Neusiedlerseehai, wassertiefenbedingt ein Plattfisch, bissig, aber zahnlos, daher ungefährlich.

Die Tiere des Jahres 2023 hingegen sind Haselmaus und Huchen, Pflanzen des Jahres "Verkannter Wasserschlauch" und der "Gewöhnliche Wasserschlauch".

Wie prosaisch. Diesen Wissenschaftern fallen keine patenten Namen ein.