Céline Dions Fans haben sich glücklicherweise wieder beruhigt. Deren Blutdruck war ja diese Woche schwer belastet worden von einer Hitliste, die das US-Musikmagazin "Rolling Stone" veröffentlicht hatte. Unter deren besten Sängern und Sängerinnen aller Zeiten war Dion nämlich gar nicht aufgetaucht. Jetzt, wo sich die Aufregung gelegt hat, kann man sich diese Liste noch einmal genauer ansehen und ihre tatsächlichen Meriten hervorkehren. Und die liegen darin, dass sie auch (heute) weniger bekannte Namen beinhaltet, die für die Entwicklung der Popmusik eine wichtige Rolle spielten. Viele davon gehören schwarzen Frauen - es ist nur konsequent, dass an der Spitze der Liste auch zwei schwarze Frauen stehen: Whitney Houston als Nummer zwei und Aretha Franklin als Nummer eins.

Zu ihrem Recht in der Popgeschichte verhilft die Aufzählung etwa Folksängerin Odetta, die für die Civil-Rights-Bewegung wichtig war und legendäre Musiker wie Bob Dylan und Nick Cave beeinflusste. Oder Ruth Brown, die neben Little Richard die Geburt des Rock’n’Roll einleitete. Sie und ihre vielen Hits machten das Label Atlantic Records in den 1950ern zum großen Player. Besonders erfreulich ist auch die Erwähnung von Martha Wash, der einen Hälfte der gewichtigen Weather Girls. Ihre Stimme untermalte viele 90er-Hits, aber in den Videos wurden dann oft schlankere Damen bevorzugt, die zu ihrem Gesang die Lippen bewegten. Das sind Ausnahmestimmen mit Geschichte - sie kennenzulernen, lohnt sich.