Der schwarze Moderator der Golden-Globes-Gala, Jerrod Carmichael, ging mit seinem Arbeitgeber, der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) hart ins Gericht. Er sei hier, weil er schwarz sei, eröffnete er die Gala. Die HFPA war im Vorjahr scharf kritisiert worden, es mangle ihr an Diversität, da sie kein einziges schwarzes Mitglied hatte. Das hat sich geändert, die Häme blieb trotzdem: "Ich würde nicht sagen, dass sie rassistisch sind, aber sie hatten kein einziges schwarzes Mitglied, seitdem George Floyd gestorben war. Tun sie mit dieser Information, was immer sie wollen", sagte Carmichael. "Da macht man sich Minztee zu Hause, und plötzlich wird man gefragt, ob man das schwarze Gesicht einer angeschlagenen weißen Organisation sein möchte." Der Paycheck von 500.000 Dollar war dann für Carmichael doch hoch genug, um seine Bedenken zu überwinden.

Immerhin: Er hatte ja ausreichend Gelegenheit, die Golden Globes vor laufender Kamera zu kritisieren. Das taten auch Schauspieler wie Cate Blanchett und Brendan Fraser, allerdings durch ihr Fernbleiben, sie wegen Dreharbeiten, er wegen früherer sexueller Belästigung durch ein ehemaliges HFPA-Mitglied.

Die meisten übrigen Stars kamen allerdings zurück und trauten der Neuausrichtung der HFPA. Der Neustart ist geglückt, zumindest auf den ersten Blick. Ob sich nachhaltig etwas geändert hat, werden erst die kommenden Jahre zeigen. Beim großen Vorbild, dem Oscar, ist dieser Prozess jedenfalls schon deutlich weiter.