Über das Klima im Fernsehen zu diskutieren, garantiert Emotion. Das weiß auch der ORF und hat daher die jüngste Ausgabe seines Debattenformats "Im Zentrum" dem Wintersport und dessen angeblich negativen Folgen fürs Klima gewidmet. Um wohl sicher zu gehen, dass die Klimakleber, die aktuell mit ihren Aktionen für mehr Staus und CO2-Emissionen sorgen, die nötige Rückdeckung erhalten, hat man den grünen oberösterreichischen Landesrat Stefan Kaineder, Lisa Panhuber von Greenpeace sowie die Wifo-Strukturforscherin Anna Burton ins Studio eingeladen. Auf der Gegenseite platzierte man den Gottseibeiuns der Klimaretter, den Seilbahnbetreiber und ÖVP- Nationalratsmandatar Franz Hörl.

Und wie zu erwarten war, wurde der Tiroler Hörl umgehend mit dem Umweltzerstörer namens Wintersport, bösem Kunstschnee und dem CO2-Fußabdruck der mit dem Auto anreisenden Skigäste konfrontiert. Die ebenfalls ins Funkhaus gekommene Michaela Dorfmeister war ihm keine Hilfe, sodass man sich fragte, was die Olympiasiegerin in der Sendung überhaupt zu suchen hatte. Aber so, wie sich die Verantwortlichen das offenbar vorgestellt hatten, ging das Diskussionsdrehbuch ohnehin nicht auf. Dafür war Hörl viel zu gut vorbereitet. Nicht nur wies er nach, dass der Skibetrieb in Österreich nachhaltiger und sauberer ist als sonst wo, sondern auch viele Gletscher erst dank der Beschneiung geschützt werden. Darüber hinaus machte sich der Politiker für mehr Windräder und eine mit Wasserstoff betriebene (aber von der Tiroler Grünen verhinderte) Zillertal-Bahn stark.

Die Mitdiskutanten ließ Hörl alt aussehen. Das war ein Glück für ihn und seine Branche, für den ORF und die übrigen Gäste war dieser Abend eher peinlich.