Ruth Elsner hat viel mitgemacht in den letzten Jahren. Statt mit ihrem Ehemann dessen Ruhestand zwischen Villa in Südfrankreich und Penthouse in der Wiener City zu genießen, kämpft die 54-Jährige seit fünf Jahren gegen die heimische Justiz und "für meinen Mann" - worüber sie unlängst ein gleichnamiges Buch veröffentlichte.

Nach der Matura fing Ruth Elsner als Schalterbeamtin in der Bawag-Zentrale an, wo sie sich in den Vorstandsdirektor Helmut Elsner verliebte. 1988 wurde geheiratet, 1995 wurde "Marcel", wie Ruth Elsner ihren Mann nennt, Generaldirektor, 2003 ging er in den Ruhestand, 2006 kam die Affäre um die in der Karibik versenkten Bawag-Millionen auf.

Damit war es aus mit dem süßen Leben an der Seite des Top-Bankers. Ruth musste sich plötzlich um die geschäftlichen Dinge ihres Mannes kümmern -"das hat mich eigentlich nie interessiert". Auch das Penthouse war bald weg. Die Frau, die sich bei den gesellschaftlichen Großereignissen stets im Hintergrund hielt, musste nun ins Rampenlicht treten. Unermüdlich sorgte sie dafür, dass die Causa medial präsent bleibt. In ihrer - wohl einsamen - Überzeugung, dass ihr "Marcel" völlig unschuldig und nur ein Opfer übler Machenschaften des Finanzjongleurs Wolfgang Flöttl ist, ließ sie sich dabei bis heute nicht einen Augenblick beirren.

Unterstützt wurde sie dabei von Freunden - "die sind alle noch da", während sich viele Bekannte abgewandt hätten. "Auch der Zuspruch von wildfremden Menschen hat mir sehr geholfen", sagt sie.

Ihren Kampf "allein gegen die Justiz" (so der Untertitel ihres Buches) will sie auch nach der Freilassung ihres Mannes weiterführen.