Birgit Sarata baut die Kunstkammer. Die und Marmeladefürst Hans Staud natürlich. Nicht zu vergessen Lifeball-Patriarch Gery Keszler. Und noch eine Handvoll österreichische Prominente, die das Kunsthistorische Museum als Testimonials für seine neue Spendenkampagne engagiert hat. Ohne Personal aus der Gesellschaftskolumne kommt nun offenbar auch die hehre Kunst nur mehr ungern aus. Vor allem, wenn es ums Geldeintreiben geht.

Nun geht es hier wenigstens um den guten Zweck. Was die Betreiber des Bode Museums in Berlin geritten hat, ist freilich noch unbeantwortet. Die haben nämlich, um ihre eh schon blockbusterige Ausstellung "Gesichter der Renaissance" noch mehr zu bewerben, einige Clips ins Internet gestellt. Da wird etwa der bayrische Haarschneider Udo Walz befragt, was er denn zu den Frisuren der Damen auf den Porträtgemälden sage. Und dem fällt da schon einiges ein, eine junge Dame von Botticelli kommt besonders schlecht weg: "Das geht gar nicht. Das ist ja eine luftgetrocknete Dauerwelle." Eine andere kriegt mitgeteilt, dass man für ihre Frisur ja bitte einen Kompass brauche. Aber die haben alle noch mehr Glück als die junge Frau von Desiderio da Settignano: Deren Renaissance-Näschen ist dem interviewten Schönheitschirurgen zu wenig stupsnäsig - und her mit dem Photoshop-Hobel. So sieht also Kunstvermittlung für das RTL2-Publikum aus.