Vermutlich war der Plan dieser: Die deutsche B-Elf wärmt sich gegen die Schweiz mit einem lockeren 2:0 oder Ähnlichem für die EM auf, bei der Rückkehr ins Teamquartier gratulieren ihr dort die zwischenzeitlich eingeflogenen, frischgebackenen Champions-League-Sieger des FC Bayern. Dem Titel in der Ukraine stünde nichts mehr im Weg. Doch dann passiert ein 3:5. Sogar Qualitätsmedien bedienen sich schockiert des Rufzeichens hinter dem in Worte gefassten Horror: "Fünf Gegentore!", schreibt die "Süddeutsche Zeitung" entsetzt. Und die Bayern-Spieler? Tragen immer noch Trauer nach dem so bitteren Finale gegen Chelsea. Man kann sich schwer vorstellen, dass Teamleader Bastian Schweinsteiger jetzt eine Motivationsrede für seine verunsicherten Kollegen halten kann. Vom Titel, schreiben die Zeitungen, sei Deutschland jetzt sehr, sehr weit entfernt.

Teamchef und Spieler reagierten gelassener auf das 3:5. "Wir haben den Anspruch, dieses Turnier zu gewinnen", sagte Reals Sami Khedira am Montag. Das Selbstvertrauen dieser Mannschaft ist anscheinend so gefestigt, dass sie auch eine derartige Blamage wegstecken kann. Und das ist im Fußball eine Qualität, die über Titel entscheidet.