Der Fußball steht vor einer fundamentalen Entscheidung. Am Donnerstag entscheiden die Gralshüter der Regeln, die Mitglieder des International Football Association Boards Ifab, über die künftige Torlinientechnologie, die dem Schiedsrichter strittige Entscheidungen erleichtern soll. Dass etwas passiert, gilt als sicher, wenngleich Fifa-Boss Joseph Blatter, der durch ein nicht gegebenes reguläres Tor der Ukraine im EM-Spiel gegen England Rückenwind in seinen (relativ neuen) Forderungen nach einem Einsatz der Hilfsmittel kam, in seinem Zögling, Uefa-Chef Michel Platini, einen ernsthaften Widersacher hat. Der will die menschliche Komponente und es damit bei den Torlinien-Assistenten belassen. Das ist ein Zugang, den viele teilen, die Emotionen, die strittige Torszenen liefern, beleben den Fußball. Andererseits ist dieser viel zu professionell geworden, um auf den Einsatz von Hilfsmitteln weiterhin verzichten zu können, das hat auch Blatter in einem bemerkenswerten Meinungsumschwung bemerkt. Nur was passiert, steht immer noch nicht fest. Zur Beratung kommen bei der Ifab-Sitzung das Hawk Eye und ein System mit Magnetspulen im Ball, das sofort anzeigt, ob er hinter der Linie oder eben nicht war. Argumente gibt’s für beides, für das Hawk Eye sprechen die Erfahrungen aus dem Tennis, dagegen die Unterbrechungen, die damit nötig werden. Meinungen gibt’s mehr als Möglichkeiten. Zumindest das wird sich auch im Fußball nie ändern.