Beste Freunde werden sie nicht mehr: Wie nicht anders zu erwarten war, hat Johan Cruyff, graue Eminenz des niederländischen Fußballs, Experte für eh alles und Rohrspatz vom Dienst, die Bestellung Louis van Gaals zum Bonds-coach heftig kritisiert. Es hänge also schon vom Zufall ab, wer Trainer der Elftal wird, schrieb er in der Zeitung "De Telegraaf". Nun, der Zufall wird es wohl nicht gewesen sein, und vielleicht nicht einmal die - auch wenn man ihn nicht als größten Sympathieträger sieht, doch unzweifelhaft gegebene - fachliche Qualifikation, die Van Gaal sein neues Amt einbrachte. Viel eher liegt der Schluss nahe, dass sich die Holländer ihre Trainer nach dem Ausschlussverfahren suchen müssen, ähnlich übrigens wie die Franzosen, die auf der Suche nach einem Nachfolger von Laurent Blanc in Didier Deschamps fündig geworden sind. Dass sich jemand das angesichts der Intrigen in der Fußballlandschaft der beiden einstigen Großmächte überhaupt antut, verdient eher Bewunderung als Vorschusskritik. Wichtigste Voraussetzung ist eine dicke Haut. Da sind die Querschüsse Cruyffs schon einmal ein guter Test.