Während das Wochenende im Fernsehen von den letzten beiden Olympia-Tagen geprägt war, konnten jene sportlich weniger interessierten Seher, die nicht seicht unterhalten oder krimigespannt vor dem Schirm sitzen wollten, eigentlich nur auf ARD schalten. Das Porträt Albert Schweitzers zeigte am Samstag keine Heldenfigur des Nobelpreisträgers, sondern auch seine menschlichen Schwächen im Ringen um "sein" 1913 errichtetes Urwaldspital im zentralafrikanischen Lambarene.

In der Zeit des Kalten Krieges ist seine Aufbauarbeit massiv gefährdet, nachdem er öffentlich wie sein Freund Albert Einstein gegen die Gefahr der atomaren Aufrüstung auftritt: Der US-Geheimdienst stempelt ihn deshalb zum Staatsfeind: Verleumdungskampagnen und Sabotageakte gegen das Spital sind die Folge - die Schließung durch die sogenannte Übergangsregierung des afrikanischen Staates droht. Dem aus Europa herbeigeeilten Schweitzer gelingt es jedoch, die Unterstützung der Patienten und der Bevölkerung zu mobilisieren. Mit dem 1955 erhaltenen Nobelpreis-Geld kann er dann das "gerettete" Spital ausbauen. Als Schweitzer 90-jährig 1965 in Lambarene stirbt, ist sein Lebenswerk durch Sponsoren gesichert. Seit 1974 wird das Spital von einer internationalen Stiftung geleitet. Heute beherbergt das Albert-Schweitzer-Hospital Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, eine Geburts- und eine Zahnklinik sowie ein Labor, das sich auf die Erforschung der Malaria und deren Behandlung konzentriert.