Wer heutzutage noch etwas zu lachen haben will, der hat’s nicht leicht. Vor allem, wenn es um das arrivierte Fernseh-Humorgenre der Sitcom geht. Dass es das hierzulande zu keiner eigenen Tradition geschafft hat, das muss man halt akzeptieren. Schade ist aber, dass die hiesigen TV-Sender auch immer nach demselben Muster im US-Seriensupermarkt einkaufen. Und das Muster heißt: Nur keine Überraschungen. Und schon gar keine Experimente. Auf Prosieben läuft seit kurzem nach dem omnipräsenten "Onkel Charlie" die Serie "2 Broke Girls", die mit einer nie dagewesenen Konstellation arbeitet: Naive reiche Tussi trifft auf schnoddrige arme junge Frau, die beiden müssen sich als Kellnerinnen eines schmuddeligen Restaurants zusammenraufen. Und als Zimmerkolleginnen. Und irgendwann steht das Pferd der Ex-Millionenerbin im Hinterhof der Ghettowohnung. "2 Broke Girls" ist eine der durchschnittlicheren Serienschöpfungen, die das US-Fernsehen im vergangenen Jahr zustande gebracht hat. Viel interessanter, weil gewagter wäre die Produktion "Girls", platt gesagt eine Version von "Sex & the City" für Frauen nach dem Schuhrausch. Die hat es natürlich bis jetzt noch in keinen deutschsprachigen Sender geschafft. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn nicht immer ist es ein Segen, wenn herausragende Comedyserien auf deutschen Sendern landen. Denn dann werden sie synchronisiert. Und eine lieblose Übersetzung hat schon die Ausnahmeproduktionen "Curb your Enthusiasm" und "30 Rock" nachhaltig beschädigt.