Männer, die sich am Heimweg vom Wirtshaus nur mit Anstrengung auf den Beinen (oder am Lenkrad fest-)halten, weil der Tag wieder einmal hart war und beschwerlich, sind kein schöner Anblick - ebenso wenig der Rohbau, dem ihr Unglück entspringt, die darin alles eng machenden Wandverbauten und die steinernen Mienen der Eheleute, die sich nichts mehr zu sagen haben.

Damit allein wäre ein Thema gefunden, das für eine Satire auf das Landleben ebenso geeignet wäre wie für die Fortführung des Feelbad-Gedanken heimischer Arthouse-Filme im Serienfach. Die Verbindung dieses Sujets - abgehalfterte Menschen in abgewirtschafteten Gegenden - mit der Geschichte eines Ortes, der über eine vom Bürgermeister fingierte Marienerscheinung aufblühen soll, erlaubt David Schalkos Hauptabendserie "Braunschlag" aber auch Breitseiten in Richtung der katholischen Kirche und ihrer weltlichen Ableger in Partei- oder Bankenform.

Wo alte Österreich-Klischees einmal mehr (und abermals köstlich) verarbeitet werden, setzt Schalko vor allem mit seinem intervenierenden Referenzkino spezifische Noten: Maria Hofstätter hat den Hundstage-Blues Ulrich Seidls, während im Waldviertler Streichelzoo David Lynch die Regie übernimmt und das Fleischpicknick im Grünen von den Gebrüdern Zucker nicht absurder hätte verfilmt werden können.

Einmal abgesehen davon, dass "Braunschlag" längst auf DVD erhältlich und die Ausstrahlung im ORF bloß Zugabe ist: So muss Fernsehen!