Die Meldung ist eh lieb irgendwie. Fast naiv lieb. In einem Interview mit der spanischen Zeitung "El País" nannte Lionel Messi nun sein primäres Karriereziel: Er wolle ein guter Mensch sein, sagt er da. "Das ist mir wichtiger als der Nimbus des besten Fußballers. Es ist mein Ziel, dass mich die Menschen als guten Typen in Erinnerung behalten, wenn ich die Schuhe an den Nagel hänge." Sicher, Ruhm ist vergänglich und so. Und gesagt ist das alles leicht einmal. Trotzdem füllen fast täglich Schlagzeilen von Skandalen über Doping, Wettmanipulation und Korruption die Medien. Wenn kurzfristiger Erfolg und das große Geld winken, kann man schon einmal nachsichtig werden, wenn es um moralische Ansprüche geht. Im Fußball, der schon so gigantisch und kommerzialisiert ist, ist das Problem am evidentesten. (Versuchter) Betrug, der bei einer Schwalbe anfängt und der Wettmafia aufhört, ist an der Tagesordnung, dazu wurden zuletzt immer mehr Fälle bekannt, in denen Spieler von Fans bedroht oder sogar körperlich attackiert worden sind, wenn die Leistung nicht passte. Doch manchmal wird man selbst aus dieser Parallelwelt mit einem Schock in die echte Realität katapultiert: In Deutschland bangt die Fußball-Szene um Hoffenheim-Spieler Boris Vukcevic, der bei einem Autounfall lebensgefährliche Verletzungen davontrug und aktuell im Koma liegt. Und in solchen Situationen wird einem schnell einmal bewusst, wie unwichtig die Nebensache Fußball sein kann. Tragisch nur, wenn es solcher Anlässe bedarf.

Tamara Arthofer

Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.