Der Islam ist in Österreich anerkannt. Praktizierende Muslime genießen die gleichen Rechte wie Angehörige anderer anerkannter Religionen. Dazu gehören Seelsorger und Gebetsräume bei Spitälern und Bundesheer, konfessionelle Schulen, drei islamische Friedhöfe und Islamunterricht an öffentlichen Schulen. Doch die Anerkennung hat nicht die Wahrnehmung des Islams in der Bevölkerung verändert.

Die europaweit durchgeführte Wertestudie aus dem Jahr 2008 belegt: Österreicher haben die höchste Antipathie gegen Muslime: 31,30 Prozent wünschen sie sich nicht als Nachbarn. Auch die Aussage "Migranten unterminieren das kulturelle Leben" bejahen hier mehr Menschen als woanders.

Wenn alle an einem Strang ziehen sollen, müssen hier alle heimisch werden. Es braucht das gemeinsame Wir, ein Selbst- und Leitbild, das keinen ausgrenzt und für alle attraktiv ist. Davon würden alle profitieren. Das nach dem Ersten Weltkrieg erarbeitete Österreich-Bild war vielleicht zu eng.