Um den Thriller "Operation Zucker" Mittwochabend auf ARD zu ertragen, brauchte man einen guten Magen. Die in ärmlichen Verhältnissen aufwachsende zehnjährige Rumänin Fee wird ihren Eltern abgekauft und landet zusammen mit teils noch jüngeren Opfern in einem Berliner Kinderbordell. Das als "Single Treff" getarnte Lokal wird bereits von der Polizei überwacht. Da hier auch prominente Päderasten aus Politik und Justiz verkehren, werden die Ermittlungen rasch von oben blockiert. Eine mühsam organisierte Razzia läuft ins Leere, die Lokalbetreiber waren offensichtlich gewarnt, die Kinder verschwunden. Nur die bereits mehrfach missbrauchte Fee kann sich verstecken und wird fortan zur traumatisierten, stummen und in Lebensgefahr schwebenden Kronzeugin. Wir erleben schaurige Details, etwa die "Lieferung" eines Buben in ein Hotel, wo sein Peiniger ihn zuerst mittels K.o.-Tropfen willenlos macht, dann brutal misshandelt und missbraucht. Nicht nur pädophile Richter, auch feige, um ihre Karriere besorgte Vorgesetzte sowie bürokratische Hürden behindern die Ermittlungen weiterhin. Erst ein Alleingang eines couragierten Fahnders und der von Senta Berger grandios dargestellten Staatsanwältin bringen einige der Haupttäter ins Gefängnis. Weil ein solches Finale in der Realität eher selten stattfindet, informiert die ARD ihre Seher im Nachspann auch darüber, dass aus Jugendschutzgründen um diese Zeit das weitere Schicksal von Fee nicht gezeigt werden kann. Und jetzt? Schreien oder weinen?