Die Farbe des Jahres ist Smaragdgrün. Und das, obwohl die Queen, Modefarbenpionierin ohne Absicht, nur zu elf Prozent Grün trägt. Aber: Die Farbe 2013 ist "Emerald", und das hochoffiziell. Denn jedes Jahr wählt die höchste Farbinstanz der Welt, das ist die Firma Pantone, eine Jahresfarbe. Letztes Jahr war das übrigens Mandarine. Und das ist ja absolut abwegig, denn die Queen trägt nur zu vier Prozent Gelbtöne!

Was der Queen, die mit Abstand am liebsten Blau trägt, gut gefallen würde, ist die neue Farbe des Museumsquartier-Mobiliars. Das jährliche Voting hat nämlich ergeben, dass diese heuer "Tröpferlbadblau" sein sollen. Das Dunkelblau hat sich gegen "Havannarot" und "Volksmöbelorange" durchgesetzt.

Die waren auch schon einmal kreativer, die Farbton-Erfinder. Ungeschlagen bleibt sicher die Bezeichnung "Fastaustriaviolett" (sie schlug "Beinaherapidgrün"). Schön war auch das "Freudcouchrot". Die besten Enzi-Bezeichnungen sind jene, in denen Wienklischees auch ein urbanes Meta-Publikum erfreuen. Klar, dass dann Havannarot keine Chance haben konnte. Wobei das wieder zur neuen Titulierung der Enzos, vormals Enzis, passt: Die sollen nun nämlich Volksmöbel heißen. Vielleicht, weil man von ihnen aus den roten Stern am Volkstheater sehen kann. Ein bisschen albern ist das aber schon, wenn man mit aller Kraft das Erbe der nicht mehr im Museumsquartier tätigen Daniela Enzi, nach der die Sofas bisher benannt waren, aus dem kollektiven Bewusstsein wegräumen will. Wird wohl nicht funktionieren. Und die Queen würde sich auch nie auf ein Volksmöbel setzen.