Eines wird man Bernie Ecclestone sicher nicht vorwerfen können: dass der schwer in den Seilen hängende Formel-1-Zampano, der einem Prozess im Herbst wegen Bestechungsvorwürfen entgegenzittert, mit derlei Meldungen ablenken wollte. Dazu sind - mit Verlaub - Österreich und sein Motorsportheiligtum Spielberg im internationalen Kontext zu unbedeutend. In der Alpenrepublik sorgt die Meldung vom baldigen Formel-1-Comeback auf der einen Seite für Jubel, auf der anderen Seite aber auch für Verwunderung. Mangelnde Hotelbetten? Fehlende Umweltbescheide? Schwamm drüber. Wenn ein Mann wie Ecclestone die Hand reicht und ein Mann wie Dietrich Mateschitz diese annimmt und auch bereit ist, eine zweistellige Millionensumme an Antrittsgeld zu investieren, wird niemand etwas dagegen haben können. Schon gar nicht in der auf Sparkurs getrimmten steiermärkischen Landesregierung, die sich hoffentlich dank Umwegrentabilität auf ein paar Gratis-Millionen im Zuge des Grand-Prix-Wochenendes freuen kann.

Wer das Gold hat, macht die Regeln, lautet ein oft zitierter Spruch des - steirischen - Polit-Milliardärs Frank Stronach. Ob dieses Prinzip beim Spielberg-Grand-Prix angewendet wird, ist aber noch offen. Zu gut sind die Turbulenzen um den Umbau des ehemaligen A1-Rings zum Red-Bull-Ring in Erinnerung - samt negativen Bescheiden des Umweltsenats inklusive Vergrämung des mächtigen Getränkekonzern-Bosses. Daher ist die Ampel für die Neuauflage des Grand Prix von Österreich noch lange nicht auf Grün gesprungen.