"Ich werde derjenige sein, der die Konsequenzen tragen muss." Ob Toni Polster in der Vorwoche, als er diesen Satz im Interview mit der "Wiener Zeitung" fallen ließ, schon geahnt hat, was ihm blüht?

Ein bisschen schnell ist das mit seiner Ablöse ja doch gegangen. Zugegeben, mit Ruhm hatte sich Admiras Kurzzeittrainer zuletzt nicht bekleckert, und vielleicht war das Debakel gegen Grödig nur der Tropfen, der letztlich das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht hat - ein Fass, prall gefüllt mit Geldsorgen, Zukunftsängsten und Frust. Aber dass man den an sich beliebten nationalen Rekordtorschützen jetzt einfach so abserviert wie einen schmutzigen Teller, anstatt ihm noch etwas Zeit zu geben, ist menschlich nicht in Ordnung.

Immerhin eines hat die Operette, die da um Polster aufgeführt wurde, gezeigt: Dass nicht nur Fußballer, sondern auch Trainer oft nur Schachfiguren im großen Spiel um Macht und Geld sind. Verstehen muss man das alles nicht. Polster am allerwenigsten. Um seinen Traum von einer Rolle in der Bundesliga verwirklichen zu können, hat er viel riskiert - angeblich soll er nicht einmal einen aufrechten Vertrag mit der Admira gehabt haben - und alles verloren: seinen Job, seinen Ruf und sein Vertrauen in Sponsoren. Auch wenn Polster der Admira keine Punkte gebracht hat, dann zumindest eines: viel Publicity. Und mehr wollten die Manager offensichtlich eh nicht. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr darf gehen.