Salzburg wurde um die Champions League betrogen. Diesen Satz wird man in den nächsten Tagen noch oft im Umfeld der roten Bullen hören. So er auch übertrieben wirken mag, im Kern hat er sein Wahres. Denn nach der rechtskräftigen Entscheidung des internationalen Sportgerichtshofs (CAS) vom Mittwoch hätte Salzburgs Qualifikationsgegner Fenerbahce Istanbul gar nicht am Bewerb teilnehmen dürfen. Zur Erinnerung: Wegen eines Manipulationsskandals wurden die Türken von der Uefa für zwei Jahre vom Europacup ausgesperrt, per einstweiliger Verfügung klagten sie sich aber in den Bewerb und eliminierten dort eben die Salzburger; im Play-off gegen Arsenal war dann mit einem Gesamtscore von 0:5 aber recht deutlich Endstation. Damit hat der grüne Rasen dem grünen Tisch eine heikle Entscheidung abgenommen - nicht auszudenken, was sich die Uefa nun überlegen müsste, hätten die Türken Arsenal besiegt. So bleibt im Grunde Salzburg der Hauptverlierer: Zuerst am starken Los Fenerbahce gescheitert; danach wurde der Einspruch beim CAS, der Türken statt im Play-off anzutreten, abgeschmettert. Damit wurden die Salzburger nicht nur einer potenziellen Chance auf die Champions League beraubt, sondern auch um Einnahmen aus einem Heimspiel gegen Arsenal. Um künftig ein derartiges Chaos zu vermeiden, sind Uefa und CAS dringend aufgerufen, solche Causen frühzeitig und einheitlich zu entscheiden - schließlich weiß bis heute niemand, warum die Einstweilige vom ebenso gesperrten ukrainischen Klub Metalist Charkiw vom CAS abgelehnt wurde.