Wir haben keine Wahl, sagte Michel Platini, als der von ihm präsidierte europäische Fußball-Verband Uefa den FC Málaga im Vorjahr mit einem Bann für den Europacup belegte. Immerhin hatte der Klub gegen das Financial-Fairplay-Programm verstoßen, da kennt die Uefa keinen Spaß. Schließlich wolle man damit etwas bewegen - nämlich Klubs zum ordentlichen Wirtschaften und zum Minimieren der Ausgaben. Wer könnte da schon etwas dagegen einwenden? Doch auch im Fußball gilt offenbar: Es gibt Gleiche und Gleichere. Denn bei den Verstößen der Großklubs Manchester City und Paris Saint-Germain, deren Verluste im zweijährigen Beobachtungszeitraum weit über der von der Uefa tolerierten Grenze von 45 Millionen Euro gelegen sind, die zudem im Verdacht stehen, über dubiose Sponsorendeals versteckte unerlaubte Subventionen zu erhalten, nimmt man es nicht ganz so genau. Die Vereine werden lediglich insofern bestraft, als sie eine Geldstrafe berappen müssen und in der kommenden Champions League weniger als die üblichen 25 Spieler einsetzen dürfen. Dieses Vorgehen ist ein Beweis dafür, auf welch tönernen juristischen Füßen das Fairplay-Konstrukt aufgebaut ist und welcher Schlupflöcher sich die Großen bedienen können - gedeckt durch die Inkonsequenz der Uefa, die einen Gerichtsstreit und wirtschaftliche Einbußen befürchten müsste, sollte sie attraktive Klubs aus ihrer Cashcow Champions League ausschließen. Immerhin hatte sie diesmal eine Wahl: finanzielle Schadensminimierung in eigener Sache oder Wahrung der Glaubwürdigkeit. Sie hat sich für Ersteres entschieden. Von Fairplay sollte sie dann aber nicht reden.

Tamara Arthofer

Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.