Wer und was Conchita Wurst ist, las eben ich auf Seite 27 (der Print-Zeitung) nach. "Wiener Zeitung" bildet - auch die eigenen Redakteure, die sonst, und das guten Gewissens, dieser Szene entsagen.

Wobei es um Conchita Wurst mir ja gar nicht geht, sondern um Alf Poier. Dieser, als Kabarettist, Sänger und Maler tätig, landete 2003 als österreichischer Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer auf dem ehrenvollen sechsten Platz. Dieser Alf Poier nun verfiel in einen Heidenzorn gegen Conchita Wurst und nannte den homosexuellen Travestiekünstler ein "künstlich hochgezüchtetes Monstrum". Wofür Alf Poier auf seiner Facebook-Seite Gegenwind erntet, aber auch Zustimmung. So meint eine Posterin: "Einer der wenigen der den mut hat die Krankheit anzusprechen! Es heißt Adam und Eva und nicht Thomas und Dominik!" Homosexualität also eine Krankheit . . .

Ein anderer meint: "Für uns echte Deutschösterreicher, die eine Jahrhunderte alte völkische Blutgemeinschaft verbindet, sind die wahren Worte des Herrn Poier Balsam für unsere geschundene Seele. Endlich einer, der sich traut, die Stimme gegen jene, den Volkskörper und die Wertegemeinschaft zersetzenden Schädlinge zu erheben, die von den linken Systemmedien und Systemparteien hochgejubelt werden. Nur Mut, Glück, und weiter so!! Die schweigende Mehrheit steht hinter Ihnen wie ein Mann!!"

Dabei handelt es sich nicht um eine Provokation, das Facebook-Porträt macht sicher: Dieser Poster sagt, was er denkt. Und Alf Poier sollte überlegen, ob man als Künstler nicht doch verantwortlich dafür ist, von welcher Seite man Zustimmung erntet.