Zugegeben, er war der Hingucker, als letzte Woche die erste Landung auf einem Kometen geglückt ist. Matt Taylor war nicht zu übersehen. Nicht nur wegen seiner üppigen Tattoos, eins davon zeigt Rosetta. Nein, wegen seines bunten Hawaiihemdes, das mit aufreizenden Pin-up-Girls bedruckt war. Er brachte einen Hauch "Big Bang Theory" mit: Das ist jene Comedyserie, in der lustig verhaltensauffällige Astro-Nerds allerlei Abenteuer erleben.

An diesem Tag wurde Raumfahrtgeschichte geschrieben. Matt Taylor war einer jener Forscher, die etwas geschafft haben, was Menschen zuvor nicht geschafft haben. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man liest, wie Matt Taylors Woche weitergegangen ist. Er wurde nämlich heftig dafür angegriffen, dass er ein "sexistisches" Hemd getragen habe. Wohlgemerkt, das war jene Woche, in der Kim Kardashian, ihres Zeichens so was von keine Wissenschafterin, mit Fotos von ihrem Po Schlagzeilen machte.

In dieses Hemd eine patriarchalische Forschungs-Weltverschwörung zu interpretieren ist lächerlich - und respektlos gegenüber den Errungenschaften. Der Mann musste sich entschuldigen für seinen Modegeschmack - am Tag des größten Triumphs seiner Karriere. Er brach in Tränen aus, weil er mit diesem haltlosen Shitstorm nicht umgehen konnte. Herzliche Gratulation dafür an jene, die einfach nicht einsehen wollen, dass unüberlegte digitale Attacken nicht folgenlos bleiben. Im Netz wird nun via Crowdfunding Geld gesammelt, um Matt Taylor zum Trost eine astronomische Armbanduhr zu schenken. Mögen die Einnahmen kometenhaft ansteigen.