Es war die wohl hartnäckigste Teaser-Kampagne seit langem. Den üppig geschalteten Inseraten und Spots konnte man lediglich entnehmen, dass "George" startet. Aber was ist "George"? Ein neuer Handybetreiber? Ein Supermarkt? Eine Partei? Nein, bei George handelt es sich, wenn man der Website Glauben schenken darf, um ein Bankprodukt, hinter dem sich die sattsam bekannte Erste Bank-Sparkasse verbirgt. Das Bankhaus möchte damit wohl seine Bankdienstleistungen in ein cooleres Gewand packen. So weit, so konventionell. Doch betrachtet man die George-Website näher, wird klar, welche Kunden man sich hier wünscht. Denn die Musterseiten der Bank-Apps zeigen abenteuerliche Beträge. So hat das Familienkonto einer Familie mit zwei kleinen Kindern einen Guthabenstand (!) von 7566,23 Cent (!), der jeden Monat um 800 Euro steigt. Auch das Sparkonto für die beiden Kinder "Tim und Anton" weist diese als Big Spender aus: 13.825 Euro Guthaben stehen für die Kids zur Verfügung, Tendenz steigend. Dagegen nimmt sich das familiäre Wertpapierdepot mit 3363 Euro ja fast mager aus. Kredite hat die Familie offenbar keine (wozu auch?) - zumindest finden sich keine auf den Musterseiten. Für wie viele Jungfamilien so etwas in Zeiten von Mietmisere, Arbeitslosigkeit und sonstigen Krisen Realität ist, hätte man von der Erste Bank gerne erklärt bekommen. Da grenzt der Slogan "So haben Sie Ihr Geld noch nie erlebt" fast an Zynismus. Und ob das Signal "Hey, kommt doch zum coolen George - aber bitte nur mit Kohle" der echte Bringer ist, muss sich auch erst zeigen.