Es gibt wohl kaum eine andere britische Schriftstellerin, die einen langfristigeren Eindruck auf ihre Leserschaft gemacht hat als Jane Austen. Nicht nur werden ihre Bücher immer noch verfilmt, sie bekommen auch ein modernes Seriengewand verpasst, werden von anderen Autoren unermüdlich zitiert oder werden in eine Zombie-Schlacht umgeschrieben. Hippe Internetportale fragen ihre User zum Beispiel noch knappe 200 Jahre nach dem Erscheinen ihrer Werke via Zeittotschlag-Quiz: "Woran man erkennt, dass man in einem Jane-Austen-Roman lebt". Ein Hinweis ist da übrigens: "Eine Frau mit einem absurden Hut verhält sich dir gegenüber wie die absolute Bitch. Du kannst nichts dagegen unternehmen."

Jane-Austen-Fans, beziehungsweise Fans ihres berühmten Romans "Stolz und Vorurteil", müssen dieser Tage freilich ganz stark sein. Eine Historikerin behauptet nämlich, dass Mr. Darcy, grantelnd-liebevoller Traummann im Austen-Universum, ein reales Vorbild gehabt haben soll.

Du liebes Bisschen. Das kann die Jane Austen Gesellschaft gar nicht haben. Das liegt nicht etwa daran, dass das besonders illusionsverliebte Menschen sind. Das liegt daran, dass die Jane-Austen-Fans es nicht einsehen, dass man die Fabulierkunst ihrer Heldin einschränken will. Und das wiederum ist zwar nur mittel-wissenschaftlich, aber dafür überdurchschnittlich sympathisch. Außerdem soll dieser historische Mr. Darcy ein Frauenheld gewesen sein. Du liebe Zeit.

Übrigens, weil sich das auch immer wieder viele fragen: Auch Colin Firth ist nicht Mr. Darcy. Er spielt ihn nur. Immer und immer wieder.