"Einen Voves machen." Dieses geflügelte Wort flatterte bereits durch die Politikstuben, nachdem der steirische Landeshauptmann nach seiner Wahlschlappe von 29,2 Prozent nicht zurücktrat. Sie stand für den Rücktritt vom Rücktritt, den Voves bei unter 30 Prozent angekündigt hatte.

Nun ist klar: Innerlich hielt er am Wahltag Wort, er zögerte nur, um die Partei geordnet zu übergeben. Mit seinem Abgang steht er nun für das Gegenteil vom Sesselkleber, nämlich für Handschlagqualität gegenüber dem Wähler. "Die Reformpartnerschaft mit der ÖVP ist auf zehn Jahre angelegt gewesen", begründete er den Rückzug. Das Projekt war aber nach der Halbzeit durch eine mögliche schwarz-blaue Koalition gefährdet. Nun läuft das für österreichische Verhältnisse mutige schwarz-rote Projekt weiter. Damit hat ausgerechnet ein Sozialdemokrat in Stein gemeißelt, dass schmerzhafte Reformen möglich sind, die langfristig gut fürs Land sind, aber kurzfristig Macht oder gar das eigene Leiberl kosten können.

"In Stein gemeißelt" sei auch die Wehrpflicht, sagte ein anderer Sozialdemokrat, Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos. Kurz darauf musste er auf Zuruf der "Krone" und des Wiener Bürgermeisters alles anders sehen. Er war auch gegen Rot-Blau, nun wird er Landesrat im rot-blauen Burgenland. Darabos trieb nicht so sehr Machtgeilheit, sondern Loyalität zur Partei. Die Optik bleibt fatal. Kurz sah es so aus, als ob auch Eishockey-Spieler Voves dem Politik-Image den nächsten Body-Check verpasst. Doch nun hat er einen Voves gemacht.