Tom Cruise winkt vom Belvedere. Unten stehen - keine Wiener. Sondern Japaner. Sie jubeln ihm zu, während er oben auf dem Balkon TV-Interviews gibt. Und zwar amerikanischen Journalisten. Im Hintergrund: der Garten des Belvedere. Fertig ist das Postkartenbild, das sich in alle Welt verkaufen lässt. Das schöne, hochsommerliche Wien als Ort der Weltpremiere von "Mission : Impossible - Rogue Nation". Ein Film, der immerhin 20 Minuten lang in Wien spielt, und in dem zwar so einiges explodiert, aber das dafür vor schmucker Kulisse. Die Stadt Wien spricht von einem unbezahlbaren Werbewert, der nur läppische 750.000 Euro Fördergelder aus dem Wirtschaftsministerium gekostet hat - eine Investition, die um ein Vielfaches retour kommen wird, wenn der Film erst einmal in den Kinos läuft. Sofern er kein Flop wird und - wie zuletzt der neue Aufguss des "Terminator" - nur mehr noch müdes Gähnen beim Publikum hervorruft.

Gesetzt den Fall, "Mission: Impossible" wird aber auch zum fünften Mal ein Hit, steigen alle als Gewinner aus. Win-Win für Wien, quasi: Tom Cruise als Dauerlächler mit Charme, die Fans dank der Autogramme, die Kinos dank der Euros der Fans, die Stadt Wien dank der dann vermutlich bis 2035 restlos ausgebuchten Staatsoper.

An den zweitägigen Ringsperren, und am Gedränge rund um Tom Cruise rumzumeckern, wäre angesichts dieses Ergebnisses mehr als kleingeistig.

Bleibt nur mehr, die US-Touristen darauf hinzuweisen, dass "Mission: Impossible" ab Freitag nicht mehr in der Staatsoper läuft, weil sie eigentlich kein Kino ist, leider.