Dass einem in der österreichischen Bundesliga ob deren bürokratischen Kuriositäten nie langweilig wird, beweist folgende Geschichte: Ende August wurde Erste-Liga-Aufsteiger Austria Salzburg von der Liga zu einem Geisterspiel gezwungen, weil die Behörde das extra dafür ausgewählte Stadion in Schwanenstadt als nicht mehr sicher ansah; die Beamten hatten plötzlich kalte Füße vor den Gäste-Fans aus Innsbruck bekommen, die via Internet allerlei Drohungen ausgestoßen hatten. Die Pointe ist nun jene: Die Salzburger wurden nun auf der Suche nach einem neuen Ausweichstadion ausgerechnet am Innsbrucker Tivoli - dem Heimstadion des Erzfeindes - fündig. So nicht noch weitere Kapriolen geschlagen werden, wird dort am 23. Oktober der Schlager gegen den Lask angepfiffen. Um etwaige Proteste im Keim zu ersticken, versprachen die Verantwortlichen umgehend, dass für violette Fans die "heilige" Nord-Tribüne der Wacker-Anhänger unzugänglich bleibe. Dass der Tivoli überhaupt ausgewählt werden konnte, hat freilich eine andere Bewandtnis: Als heuer im Frühjahr in Grödig wegen des schneematschigen Rasens kein Spiel ausgetragen werden konnte, war Innsbruck als Ausweichquartier noch tabu - da mehr als 100Kilometer entfernt. Zum Glück für Salzburg wurde das ohnedies groteske Limit auf 150 Kilometer erweitert, sodass sich Innsbruck nun gerade noch ausgeht. Stellt sich die Frage, warum die mit Steuergeld errichtete Salzburger EM-Arena kein Obdach gibt. Der Rasen vertrage keine weiteren Spiele, wehrte Mieter Red Bull Salzburg ab. Schade, denn mangels Europa League ist der Rasen heuer eh etwas unterbeschäftigt.