Der Wahlkampf um das höchste Amt im Weltfußball kommt - nachdem sich das Feld endgültig gelichtet hat - langsam in die Gänge. Während der Leider-nicht-Fifa-Präsident Michel Platini mittels Berufung gegen seine Achtjahres-Sperre noch versucht, zu retten, was zu retten ist (nämlich vor allem seine Uefa-Präsidentschaft), lässt Fifa-Kandidat Tokyo Sexwale mit ungewöhnlichen Aussagen aufhorchen. Während sich praktisch die ganze Welt (mit Ausnahme einiger Schweizer Medien und Wladimir Putin) mittlerweile von Joseph Blatter distanziert und dessen am 26.Februar endende 18-jährige Amtszeit verteufelt, huldigt ihm der südafrikanische Geschäftsmann und Politiker Sexwale demonstrativ. "Blatter hat sich mit seiner Arbeit ein Denkmal gesetzt, das für sich selbst steht und nicht umgeworfen werden kann", meinte der 62-Jährige, der auch die innige Freundschaft mit dem gesperrten Schweizer betont: "Es tut mir sehr leid für ihn", betonte Sexwale. Und in Richtung Blatter und Platini meinte Sexwale noch: "Wir sind da, um ihre gute Arbeit fortzusetzen
sowie aus ihren Fehlern zu lernen." Ob solche Aussagen geschickt sind, ist fraglich - immerhin kann man sie auch als Offenbarungseid deuten: "Die gute Arbeit (der Korruption) fortsetzen - und aus den Fehlern lernen (und sich nicht erwischen lassen." Oder aber man kann sie als Signal an das natürlich weiter bestehende Netzwerk Blatters in den 209 Verbänden sehen. Mit Sexwale bleibt alles besser und so, wie es ist - eigentlich keine schlechte Wahlempfehlung. Denn der Fifa-Hydra mögen einige Köpfe abgeschlagen worden sein, neue wachsen rasch wieder nach.