Die Fußball-EM als gelebte europäische Gemeinschaft

Aufgrund von zahlreichen negativen Schlagzeilen in den letzten Wochen möchte ich eine positive Erfahrung, die ich im Zuge der EM in Paris gemacht habe, teilen.

Durch die Spiele gegen Portugal und Island, die beide in Paris stattfanden, reisten viele österreichische Fans nach Frankreich und färbten die Hauptstadt rot-weiß-rot. Alle verbreiteten eine überragend gute Stimmung. Neben uns Österreichern und Franzosen waren auch weitere Fans aus den verschiedenen europäischen Staaten vertreten. Fans aus Nordirland, Island, Portugal, Polen, Türkei, Deutsche, Albaner, Rumänen, Engländer, Belgier, Spanier, um nur einige zu nennen.

Es war ein europäisches Fußballfest, das in Paris, vor allem in der Fanzone beim Eiffelturm seine Höhepunkte hatte. Jeder feierte mit jedem, egal welcher Herkunft. Man hatte miteinander Spaß. Jeder wünschte dem Gegner ein gutes Spiel. Das gemeinsame Feiern stand im Vordergrund! In Paris wurden die europäischen Werte sichtbar, welche die EU zu vermitteln versucht. Hier sind sie gelebt worden. Fußball verbindet, das sollte auf die Politik auch zutreffen.

Christian Mayr,

4048 Puchenau

Zum Artikel von Walter Hämmerle, 8. Juli

Heinz Fischers Amtszeit
ging zu Ende

Eine würdige Analyse für einen großen Politiker.

Rainer Mayerhofer,

per E-Mail

Zum Interview mit Rudolf Burger, 2. Juli

Roosevelts New Deal
falsch eingeschätzt

In seinen Einschätzungen hinsichtlich der Politik des New Deal des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt zwischen 1933 und 1938 liegt Herr Burger völlig daneben. Mit den wirtschaftspolitischen Weichenstellungen der faschistischen Systeme in Europa ist der New Deal jedenfalls nicht vergleichbar.

Ich empfehle Herrn Burger, die im Laufe der Zwischenkriegszeit getätigten Militärausgaben der USA mit denen NS-Deutschlands oder des faschistischen Italien zu vergleichen. Hauptkennzeichen des New Deal war seine Orientierung auf zivile Projekte (Staudämme, Route 66, Forschungsförderung usw.). Bereits 1934 war in den USA eine spürbare Erhöhung der Produktionsindizes gegenüber 1932, dem Tiefpunktjahr der Weltwirtschaftskrise, gegeben.

Auch empfehle ich Herrn Burger, sich die Veränderungen des Gini-Koeffizienten in den USA (betreffend die Einkommensverteilung) während der 1930er Jahre anzusehen. Roosevelt gelang es mit seiner Politik, in den USA einen neuen sozialen Konsens herzustellen, der der amerikanischen Gesellschaft bis in die 1960er Jahre eine zukunftsfähige Basis bot.

Gerhard Senft,

per E-Mail