Zum Artikel von Petra Paterno,
28. März

Der Denkmalschutz muss Bundeskompetenz bleiben

Ich bin entsetzt über die Pläne, das Bundesdenkmalamt zu filetieren, auszugliedern oder zu verländern. Der Schutz und die Pflege der österreichischen Kultur- und Baugüter können nur eine hoheitliche und bundesstaatliche Aufgabe sein. Die Behörde vertritt in diesem Bereich das Interesse aller gegenwärtigen und zukünftigen Bürger gegen jeweilige Individualinteressen. Ein unabhängiger und kompetenter Schutz der genannten Güter ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Lebensqualität, der Schönheit und der touristischen Attraktivität Österreichs.

Die Erstellung der Richtlinien ist nur als Aufgabe des Bundes denkbar. Die Länder haben hier eine durchführende Rolle. Es wäre ja absurd, in Tirol, Wien oder im Burgenland unterschiedliche Grundsätze des Schützenswerten zu haben.

Der Denkmalschutz ist weder irgendwelchen Einsparungsgelüsten noch dem frontalen Angriff der Baulobby zu opfern. Hände weg vom Denkmalschutz!

Dr. Stefan Malfèr,
Österreichische Akademie
der Wissenschaften

Keine Umverteilung von Flüchtlingen in der EU

Wie kann man von Ländern wie Ungarn oder Polen fordern, sich endlich am Umverteilungsprogramm zu beteiligen, wenn man sich selbst nicht an das Abkommen hält? Österreich würde hier ein denkbar schlechtes Beispiel geben. Abgesehen davon: In der EU mit Ja stimmen und dann in Österreich mit Nein - geht dieses Spiel schon wieder los? Für Politiker, die nicht zu ihrem Wort stehen, können wir uns nur schämen.

Georg W. Vacano,

per E-Mail

Zum Artikel von Christoph Rella, 25. März

Die Europäische Union
wird zerbrechen

Ein brillanter Artikel! Das zerstörerische Potenzial, das die EU demnächst auseinanderdividieren wird, wird in aller Deutlichkeit erkannt. Deutschland und Frankreich sind jetzt wieder im Begriff, in eine neue Phase ihrer wohl endgültigen Feindschaft zu treten. Daran wird die EU zerbrechen - am Misstrauen der "lateinischen Länder".

Wie wird sich Österreich im neuen Europa positionieren? Das ist momentan noch nicht ganz klar. Das Mitteleuropa Hans Peter Doskozils ist ein anderes als das von Friedrich Naumann, bei uns blickt man in den Balkan, mit dem man auch militärisch wieder zusammenarbeiten will: Keine schlechte Idee, denn sie lässt alte Traditionen wieder aufleben.

Österreich ist auf dem Weg zu einem "anderen Mitteleuropa" als Deutschland. Deutschland wird es jedenfalls schwerer haben als zu Zeiten Naumanns, da die Flüchtlingskrise 2015 die schwerste Belastung der neueren deutschen Geschichte ist und Deutschland auf Jahre destabilisieren wird.

Hans Holzapfel,

per E-Mail