Immerhin auf eines hätte man sich beim SCR Altach nach dem knappen Scheitern im Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Maccabi Tel Aviv am Donnerstag in Netanya vielleicht ausreden können: das Wetter. Schließlich sind 30 Grad im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 90 Prozent nicht das, was der Rheintalbewohner gewohnt ist. Dass dieses Argument für das unglückliche Ausscheiden nach dem 2:2 in Israel - das Hinspiel endete 0:1 - danach weder von Trainer Klaus Schmidt noch von den Spielern als Entschuldigung vorgebracht wurde, spricht für diese Mannschaft, die bei zwei Führungstreffern so knapp davor war, im Ländle Fußballgeschichte zu schreiben. Erfreulich ist, dass einfach Klartext geredet wurde. "Mit einem besseren Ergebnis im Hinspiel hätten wir sicher bessere Möglichkeiten gehabt", erklärte etwa Schmidt mit Blick auf die 0:1-Heimpleite vom 17. August. Und Philipp Netzer ergänzte: "Wir hätten in Innsbruck alles klarmachen müssen." So ist es.

Wobei, verdient hätten sich die Altacher, die zuletzt Vorjahres-Achtelfinalist Gent ausgeschaltet haben, die Europacup-Lorbeeren sehr wohl. Und das womöglich noch mehr als die Wiener Austria, die mit mauen Erfolgen gegen No-Names wie AEL Limassol (0:0 und 2:1) und NK Osijek (2:1 und 0:1) - beide waren noch dazu in Runde eins in die Qualifikation eingestiegen, die Austria erst in Runde drei - zwar punkten, aber nicht recht überzeugen konnte. Darüber kann auch die Freude, es trotz des 0:1 im Rückspiel gegen die Kroaten doch noch geschafft zu haben ("einer der schönsten Niederlagen"), nicht hinwegtäuschen. Auf den Punkt brachte es da am Donnerstag noch Heiko Westermann: "Wir gehen auf dem Zahnfleisch." Das dürfte, wo nun AC Milan, Rijeka und AEK Athen warten, noch heiter werden.