Der älteste Fußballklub Österreichs verschwindet für sehr lange, vielleicht sogar für immer, von der relevanten Fußball-Bühne. Mit dem druckfrischen OGH-Urteil muss die Vienna mitten in der Saison die (drittklassige) Regionalliga Ost verlassen und zwei Etagen tiefer in der 2. Landesliga weitermachen. Dort nimmt man künftig - 21 Punkte hinter Spitzenreiter WAF Brigittenau und somit ohne Aufstiegschance - den Platz der zweiten Mannschaft ein. Diese Vienna 1b wiederum muss aufgelöst werden, womit die teilweise gute Nachwuchsarbeit der Döblinger schweren Schaden nimmt, da wohl vielen Spielern die Perspektive fehlt. Und ob künftig überhaupt ein Budget zusammengebracht wird mit Chance auf ein Comeback im Profifußball, steht laut Manager Gerhard Krisch in den Sternen. Zur Erinnerung: Erst im Mai war der insolvente Traditionsverein per Sanierungsverfahren (30-Prozent-Quote für Gläubiger) gerettet worden. Zumindest vorerst. Den sich laut ÖFB-Statut aus der Insolvenz zwingend ergebenden Zwangsabstieg versuchte man per Gerichtsbeschluss zu verhindern - ein Himmelfahrtskommando, das von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Denn bis auf eine einstweilige Verfügung durch ein Bezirksgericht, mit der man die Teilnahme an der Regionalliga erzwang, war für die Vienna nichts zu holen - sowohl Landesgericht als auch OGH entscheiden in der Sache klar dagegen. Die Vienna hat also hoch gepokert und viel verloren. Denn hätte man das ÖFB-Statut akzeptiert, wäre es nur eine Etage tiefer - in der Wiener Stadtliga -, und dort mit Wiederaufstiegschance, weitergegangen. So aber hat man womöglich die Zukunft des gesamten Vereins aufs Spiel gesetzt.