Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Die stillste Zeit des Jahres war gestern, jetzt ist wieder die vermeintlich irrste Zeit im Fußball angebrochen: die Transferperiode. Diese Woche hat der Wechsel von Virgil van Dijk von Southampton zu Liverpool um knapp 85 Millionen Euro für Aufregung gesorgt, die ihn zum teuersten Verteidiger der Geschichte machten. Und das wird erst der Anfang gewesen sein. Der FC Barcelona wird wesentlich größere Scheine hinblättern müssen, will er seine Wunschspieler Antoine Griezmann und Philippe Coutinho holen; Paris Saint-Germain plant einen großen Coup; und Manchester-United-Trainer José Mourinho hat larmoyant festgestellt, dass die 350 Millionen Euro, die der Klub in seiner eineinhalbjährigen Amtszeit für neue Spieler ausgegeben hat, viel zu wenig seien. Freilich spricht aus Mourinho auch der Frust, sportlich nicht mit dem Lokalrivalen Manchester City mithalten zu können, der in der Premier League von Erfolg zu Erfolg eilt. Doch man kann erwarten, dass die reichen Besitzer internationaler Großklubs auch in diesem Winter bereit sind, tief in die Taschen zu greifen, um ihren Trainern den einen oder anderen Spielerwunsch zu erfüllen, so lange dies im Einklang mit den Regularien des Financial Fairplay ist (oder entsprechende Schlupflöcher gefunden werden können). Erfolg kann man zwar nicht kaufen, die Aussicht darauf aber verbessern - und neue Spieler beleben schließlich auch abseits des Platzes ein Geschäft, an dem viele partizipieren. Nicht allen gefällt dies, erst vor wenigen Tagen übte beispielsweise Francesco Totti Kritik an den Mechanismen. Der Fußball "von früher", sagte Totti, sei ihm lieber gewesen, "heute ist es mehr Geschäft. Mir gefällt mehr die romantische Seite." Viele werden ihm recht geben. Doch manchmal zerbricht die Romantik halt an der Realität.