Eine weitere Donauquerung zur Entlastung der Tangente

Die Diskussion um eine sechste Donauquerung wird nunmehr seit zirka zwanzig Jahren mit unterschiedlicher Intensität geführt. Bei der Beantwortung der Frage "Welche Funktionen sollte eine solche haben?" fehlt aus meiner Sicht neben soziologischen, wirtschaftlichen oder verkehrspolitischen eine der wichtigsten, nämlich die der Alternative zur bestehenden Süd-Osttangente.

Wenn diese, aus welchen Gründen immer, nicht vollständig zur Verfügung steht, hat das auf Wien und das Umland gravierende Auswirkungen. Eine derart hochfrequentierte Verkehrsader ohne leistungsfähige Alternative zu betreiben, wie es in Wien derzeit der Fall ist, wäre langfristig sicher kurzsichtig und riskant. Die hauptsächlich aus Brücken bestehende Südosttangente zwischen Kaisermühlen und Laaerberg mit einer Frequenz von durchschnittlich 170.000 Fahrzeugen pro Tag ist die meistbefahrene Autobahn Österreichs. Sie hat ein Alter von bald fünfzig Jahren. Unbeschadet regelmäßiger Prüfungen dieser Bücken sowie dementsprechender Instandhaltungen kann ihre immerwährende Gebrauchstauglichkeit nicht garantiert werden.

Das Risiko für Schäden, die größere Reparaturmaßnahmen notwendig machen, wird naturgemäß zufolge des fortgeschrittenen Alters der Bauwerke wahrscheinlicher. Auch mit abschnittsweisem Neubau von Tragwerken ist in den kommenden Jahrzehnten zu rechnen. Das baldige Bereitstellen einer gleichwertigen Alternative zur Südosttangente erscheint aus dieser Sicht daher unausweichlich.

D.I. Walter Hufnagel,

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Eine versäumte Chance in der Wiener Verkehrspolitik

Bei der Diskussion um den Lobautunnel steht einmal mehr der motorisierte Individualverkehr im Mittelpunkt - verständlich, da davon wesentlich mehr Menschen betroffen sind als vom Gütertransport. Letzterer ist jedoch von erheblicher Bedeutung für die Belastung etwa der Südosttangente.

Als Vereinigung, die sich dafür einsetzt, möglichst viele Gütertransporte von der Straße auf die Bahn oder das Binnenschiff zu verlagern, muss seitens CombiNet leider festgestellt werden, dass dies derzeit praktisch nur an Terminals, die beide südlich der Donau errichtet beziehungsweise ausgebaut wurden, möglich ist. Dies bedingt ein starkes donauquerendes Güteraufkommen, das oft im Stau steckt.

Insofern ist eine sechste Donauquerung zu begrüßen, allerdings führt der vorgesehene Lobautunnel weit an Industrie- und Gewerbestandorten nördlich der Donau vorbei, die sich eher in Floridsdorf, im Bereich der Brünner Straße in Niederösterreich und im Raum Korneuburg befinden. Es würden dadurch wesentlich längere Anfahrtswege nötig, die damit auch zu einer steigenden Umweltbelastung führen.

Dr. Herbert Peherstorfer,

CombiNet - Netzwerk
Kombinierter Verkehr

Politische Bildung
im Schulunterricht

Von der 1. Klasse AHS bis zur Matura bildet dieses Thema einen mehr als zentralen Punkt. Schon bei den "Erstklasslern" fand sich in meiner aktiven Zeit als Gymnasiallehrer etwa das Lesebuch "Hitler hat mir meinen Teddybär gestohlen" (eine Erzählung über Flucht). Die Maturanten kannten eine Fülle von Fakten und Details zu diesem Thema. Gut so.

Aber auf meine Frage, wann der Erste Weltkrieg begann und wann er endete, erhielt ich selten eine Antwort. Mit dem Jahr 1934 konnten die damals Siebzehnjährigen kein historisches Ereignis verbinden, und Benito Mussolini war ihnen völlig unbekannt. Den Film "Schindlers Liste" kannten jedoch alle.

Mag. Stephan Fischer,

per E-Mail

Zur Kolumne von Isolde Charim,
3. Februar

Sensibilität im
Sprachgebrauch

Isolde Charim schreibt, Andreas Mölzer wolle "Antisemitismus gleich in strammer Nazi-Diktion ,ausmerzen‘". Unser Ekel vor und die Ablehnung von Faschistischem-Nazistischem in der FPÖ und den Burschenschaften sollte uns möglichst nicht selbst verbiegen.

Zum Begriff "ausmerzen" liest man auf www.wissen.de/wortherkunft/ausmerzen: "Das e in ausmerzen führt heutige Sprecher des Deutschen in die Irre, da es die Herkunft des Verbes vom Monatsnamen März verhüllt. Im Frühjahr, vor allem jedoch im März, sichteten die Schafzüchter ihre Herden und schlachteten das sogenannte Merzvieh, das waren diejenigen Tiere, die ihnen zu schwach und für die Zucht nicht geeignet schienen. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert war dieses Vorgehen in der Landwirtschaft verbreitet, und im 18. Jahrhundert gelangte das Verb ausmerzen in der Bedeutung ,etwas Schlechtes, nicht Taugliches aussortieren‘ in die Umgangssprache."

Peter Ebner,

3193 St. Aegyd