Alexander U. Mathé
Alexander U. Mathé

Richard Painter ist Republikaner und mag Donald Trump nicht. Der Jurist war von 2005 bis 2007 unter George W. Bush im Weißen Haus für ethische Fragen zuständig. Das dürfte schon kein leichter Job gewesen sein. Doch Donald Trump ist für Painter, was Ethik - aber nicht nur die - angeht, untragbar. Und so lässt Painter keine Gelegenheit aus, den US-Präsidenten zu kritisieren, oder ihm Sand ins Getriebe zu streuen. "Einen Mann, der seine Frau und seine Familie nicht respektiert, kann man nicht respektieren", twitterte Painter beispielsweise. Auch Trumps Verbindungen nach Russland wird Painter nicht müde anzuprangern. In seinem Metier als Rechtswissenschafter versucht Painter, dem US-Präsidenten schon seit Monaten beizukommen. Immerhin ist Painter Absolvent von gleich zwei juristischen Kaderschmieden in den USA: Havard und Yale. Die NGO "Citizens for Responsibility and Ethics in Washington" (Crew) ("Bürger für Verantwortung und Ethik in Washington"), bei der Painter Vizedirektor ist, hat Trump geklagt. Dabei ging es um einige seiner Immobilien, die, zimmer- oder wohnungsweise, vermietet werden. Also Hotels beispielsweise. Unter den Mietern, so der Vorwurf, finden sich auch ausländische Regierungen. Nun besagt aber die amerikanische Verfassung, dass "keine Person, die ein Amt des Gewinns oder Vertrauens" der Vereinigten Staaten ausübt, Vergütungen von einem fremden Staat erhalten darf. Trump beantragte die Klage abzuweisen, weil die Crew keine Klagbefugnis hatte. Der Richter folgte dem Antrag, Crew hat angekündigt, gegen die Entscheidung berufen zu wollen. Doch Painter hat inzwischen schon einen neuen Weg ersonnen, wie er Trump zu Leibe rücken kann. Er überlegt, bei den kommenden Wahlen als Senator für Minnesota zu kandidieren. Dort wohnt und unterrichtet Painter derzeit. "Wenn ich in dieses Rennen einsteige, dann um das Problem der Korruption in unserer Bundesregierung zu bekämpfen", sagte der 56-Jährige im Gespräch mit "CNN". An den Machtverhältnissen im Senat würde ein Sieg wohl nicht viel ändern. Beide Sitze Minnesotas sind derzeit von Demokratinnen besetzt. Dabei ist sich Painter nicht einmal sicher, ob er überhaupt für die Republikaner antreten will. Zu sehr hat sich die Partei seit den 1980er Jahren verändert, eine Zeit, der der angehende Politiker nachtrauert. "Wir sind ganz dramatisch nach rechts abgebogen, speziell in sozialen Fragen", erklärt Painter. So könnte er es sich heute vorstellen, auch als unabhängiger Kandidat oder gar als Demokrat anzutreten, solange er nur sein Ziel erreicht, Donald Trump als Präsidenten abzusägen. "Donald Trump ist definitiv nicht hilfreich", sagte er "CNN". "Wir müssen Trump hinter uns lassen."